Tante Martha gab es wirklich


"Figaro" Kusz hat ihre Biographie nur leicht
"frisiert". Aus Madlon wurde Martha.
"Die glaa Loni", wie Madlon genannt wurde,
war streitsüchtig und misstrauisch. Immer in
Angst um "ihr zeich und woa", - das sich im
Lauf der Zeit zu Mietshaus plus Penunze
ausgewachsen hatte.

Noch zu Lebzeiten ihrer Mutter gönnte sie
sich einen Erb-Vertragsstreit gegen Bruder
Fritz
. Irgendwann auch mal ein Techtelmech-
tel. Es endete (damals schon anachronistisch)
mit einem der letzten "Deflorationsprozesse".
Sieger nach Paragraphen: - Madlon!

Einzige und große Reise ihres Lebens war
eine Busfahrt nach Athen. Dort wurde sie
(Erbstreitigkeiten hin oder her) von Freunden
ihres Bruders mit Herzlichkeit und Lebensart
vier Wochen großzügig verwöhnt. Das war`s!

Gähnende Tage, Nichtigkeiten, Wichtigkeiten,
Streithammelei mit allen Nachbarn und
Verwandten: - "ä Beißzanger, - ä Mistn!"
Trotzdem: Ihre demenzzerstörte Mutter hat
sie jahrelang gepflegt, gefüttert und gewindelt.
Zuletzt musste sie selber Windeln tragen,
Krebs, Zusammenbruch auf offner Straße.
"25 Jahre Grabpflege" hat sie sich gewünscht.
Vielleicht streitet sie im Fegefeuer weiter!