AUTOR

Fitzgerald Kusz

TITEL

Muggn muggn, gedichte

VERLAG

ars vivendi verlag, Cadolzburg ISBN 978-3-89716-712-4

PORTRAIT

Fitzgerald Kusz´ elfter Gedichtband trägt den scheinbar unscheinbaren Titel „muggn“, aber das ist mehr als doppelbödig: „muggn“, das ist einerseits die konkrete „Fliege“, aber auch die „muggn“, die „Launen“ und „Stimmungs- schwankungen“, die jemand haben kann. Und dann steckt auch noch das umgangssprach- liche „aufmucken“ mit drin. Wenn das kein Pro- gramm ist! Und schließlich ist die „muggn“ eine Metapher für das Kleine, das wir nicht beachten, aber im Kleinen kann auch Großes in Erscheinung tre- ten. Dann entladen sich die Gedichte oder Hai- kus in jähen Erkenntnisblitzen. Der poetische Blick schaut auch hinter ganz alltägliche Dinge und bringt sie zum Leuchten.

KRITIK

„Als Motto stellt Kusz ein Zitat von Michel de Montaigne voran: »Alle Themen sind für mich gleichermaßen fruchtbar. Mir reicht als Gegen- stand eine Fliege.« Dahinter steckt eine philososphische Weltsicht, die dem Franken entspricht: Die Dinge nicht allzu wichtig nehmen, die Luft aus großen Wor- ten lassen. Aber auch die Erkenntnis, dass die ganze Welt im kleinsten Detail steckt. Und so- gar eine Plastiktüte Poesie enthalten kann. Diesen poetisch-philosophischen Blick hat Fitz- gerald Kusz zweifellos. Denn seine besten Gedichte haben immer einen doppelten Boden, eine ungeahnte Pointe. - Kusz verdichtet die banalsten Dinge, bis eine tiefere Wahrheit poe- tische Funken schlägt.“ (Nürnberger Nachrichten) „Es bleibt dabei: Fitzgerald Kusz, dessen Stücke nach wie vor landauf in allen möglichen deutsch- ähnlichen Dialekten gespielt werden, setzt die schärfsten Sprachzeichen in seiner lyrischen Dichtung . . . hinterhältige Wortspiele, die voll- kommen ungeschwätzig und schnörkelfrei die Dinge des Lebens unter dem Himmel von Fran- ken zur verdichteten Sprache bringen.“ (Plärrer) schnäi schnee Mei frau houd haid meine frau hat heute iän gräinä hendschä ihren grünen handschuh widdägräichd wiedergekriegt wous gesdern den sie gestern innerm kaufhaus im kaufhaus väluän houd: verloren hat: edz kann jetzt kann dä windä kummä der winter kommen „Links zum Entzücken, rechts nur hübsch. Warum? Weil die Buchstaben tanzen und Hochzeit feiern, die wir gar nicht für möglich gehalten haben. Da wird dem Nichtfranken schon schwindlig vom Hinsehen, die Zunge legt sich quer und wills gar nicht erst probieren. Kusz horcht auf die stummen Lebewesen, die Dinge, die Wörter. Er verfasst ein Preislied auf die Fahrpläne, eine hinreißende Tüten-Etüde (diidn) oder eine Aufforderung zum Flanieren (flaniän). Leise Töne, scharfe Blicke, sehr kon- krete Befunde über die Zustände zuhause und in der Welt, auch die politischen, und ein wenig Melancholie, kind of blue. Und der Dialekt: »Basst scho«, wie des Franken Nachbar sagt. Werden wir also zu Nürnbergern, wenigstens für ein Stündchen . . . “ (Internetportal poetenladen.de)